Geschichte zur Draisine

Saison: 07.04.2012 - 14.10.2012

Als Draisine wird ein meist vierrädriges oder dreirädiges Bahndienstfahrzeug bezeichnet, das mit Hand- oder mit Motorantrieb ausgestattet, als Hilfsfahrzeug zur Inspektion von Eisenbahnstrecken sowie zum Transport von Arbeitern und Werkzeug verwendet wird.

Neuerdings werden stillgelegte Bahnstrecken von Kommunen und/oder privaten Unternehmen gepachtet und mit hand- oder pedalgetrieben Draisinen als Freizeitgerät bestückt und für touristische Zwecke genutzt.

                                                                                

1837 war in Wien ein zweirädriges Schienenfahrzeug als Hilfsfahrzeug für Bahnarbeiter erfunden worden, das auf einer Schiene lief und mit den Füßen abgestoßen wurde, also sehr der damals seit zwanzig Jahren bekannten Drais'schen „Laufmaschine“ ähnelte. Deshalb wurde der Name Draisine für alle schienengebundenen Hilfsfahrzeuge übernommen. Das zweispurige mechanisch angetriebene Gefährt, das sich dann einzig für diesen Zweck durchsetzte, geht dagegen wirklich auf Karl Drais zurück. 1842 erprobte er ein solches Fahrzeug in Karlsruhe mit Genehmigung der Staatseisenbahn. Der Antrieb erfolgte über eine Mechanik, die die Mitfahrenden mit ihren Füßen betätigten. Später bauten sich Eisenbahnarbeiter aus alten Fahrrädern teilweise abenteuerliche Gefährte für diese Aufgabe. Auch Fahrradfirmen wie Seidel & Naumann stellten Draisinen her.

                                                                                

Anfangs wurden die Draisinen im kleinen Unterhalt der Strecken eingesetzt (z.B. durch Streckenwärter). Mit der Einführung des elektrischen Betriebes waren die Motordraisinen sehr beliebt, um Reparaturen an der Fahrleitung auf dem gesamten elektrifizierten Netz der Bahnen vorzunehmen. Hierzu waren sie die ideale Traktion, um die sogenannten Rollleitern wie aber auch leichtes Material an Ort und Stelle zu bringen. Später wurden die Draisinen z. B. bei den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) vorwiegend für einfache, leichte Dienste eingesetzt. Unter anderem wurden sie zum Verteilen der Lohntüten an die Streckenposten (Barrierenwärter, Streckenwärter usw.) verwendet. In neuerer Zeit fanden hauptsächlich Motordraisinen Verwendung. Hierbei wurden oft Straßenfahrzeuge (PKW) zu Schienenfahrzeugen umgebaut; diese Lösung war bei einfachen Betriebsverhältnissen im Ausland öfter zu beobachten. Oft gab es aber auch ganze Serien, die speziell für die bahndienstlichen Zwecke erbaut wurden.

In Europa werden in mehreren Ländern stillgelegte Eisenbahnstrecken für den Fremdenverkehr mit Draisinen befahren. In Deutschland gab es 2009 30 Strecken mit rund 450 Schienenkilometern, die mit der Draisine befahren werden können. In der Regel werden Fahrten im Vermietbetrieb auf stillgelegten Eisenbahnstrecken angeboten. Bei den Fahrzeugen werden entweder Handhebeldraisinen oder einfache Fahrraddraisinen angeboten.


 

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